Saisonrückblick 25/26
Leute!!!!!!! WIR SIND DEUTSCHER MEISTER!
Wahnsinn…… Was für eine legendäre Saison. Jedes Drehbuch, was mit dieser Geschichte eingereicht worden wäre, wäre wegen fehlendem Realitätsbezug abgelehnt worden.
Wer hätte das zu Saisonbeginn gedacht? Wir verlieren unsere Auftaktspiele gegen Trier und gegen Chalon. Der Spieleretat wurde um die Hälfte gekürzt. ALBA ist weg vom Fenster, meinten viele. Wir haben es allen Kritiker*innen gezeigt. Sowohl das Team als auch wir von BLOCK 212 haben einfach immer weitergemacht, nach vorne geschaut und dabei nie die Freude verloren an dem, was wir tun. War das unser gemeinsamer Schlüssel zum Erfolg?
Wir versuchen in den nachfolgenden Zeilen mal ein wenig Ordnung reinzubringen, obwohl das in diesen emotionalen Stunden schwerfällt.
Bye bye Boogie
Der Saisonstart 25/26 war holprig. Ähnlich nervig wie der Eichenprozessionsspinner kommen immer zu Saisonbeginn viele Kritiker*innen aus Ihren Löchern gekrochen und sorgen für ein unangenehmes Gefühl auf der Haut. Transferpolitik, das Team und die Halbierung des Etats wurden kritisiert.
Rückblickend war der Schachzug Boogie Ellis ins Land des Öls nach Dubai ziehen zu lassen, goldrichtig. Als Go to Guy verpflichtet, dachte Ellis, er müsse Spiele im Alleingang entscheiden. Der Saisonstart war somit sehr enttäuschend. Die Kritiker wurden lauter. Egal – Wir als Fans haben weitergemacht und haben somit zumindest an einer Stelle für Konstanz gesorgt.
Nach dem Abgang von Ellis festigte sich das Team. Die Rollen wurden klarer, die Teamchemie besser und jeder übernahm mehr Verantwortung. Ein wichtiger Schritt zur Meisterschaft, wie sich später herausstellte.
Die Kollagenriegel von Bennett Hundt lieferten wahrscheinlich wichtige Energie für eine lang anhaltende Siegesserie. Natürlich gingen auch einige Spiele verloren, zumeist aber nur knapp. Es gab in dieser Spielzeit kaum ein Spiel, bei dem wir chancenlos waren. Das Team wirkte sehr homogen und ausgeglichen.
Prag und TOP4 in München
Ein Highlight für uns als Gruppe war sicherlich die Prag-Fahrt im November 2025. Gute und entspannte Anreise. Sehr tolle Stadt und gute Stimmung.
Im Dezember folgte für viele wahrscheinlich ein negatives Highlight mit dem Auswärtsspiel in Hamburg. Hamburg war seit 17 Spielen sieglos und wir dienten als Aufbaugegner.
Die Stimmung ging aber wieder bergauf, denn wir qualifizierten uns fürs Pokalfinale. Auf nach Düsseldorf…ähhh nein, Entschuldigung: München. Die BBL und die Vereine machten keine gute Figur bei der Wahl des äußerst neutralen Standorts München.
Finalspiel gegen Bamberg. Die Berliner Fanszene hat an diesem Wochenende abgeliefert und sicherlich für einige Highlights gesorgt, wurde aber leider nicht belohnt. Das Spiel ging in den letzten Sekunden verloren und wir waren am Boden zerstört. Bamberg klaute uns diesen Titel, wenngleich das Finalspiel große Werbung für den Sport war. Die Worte von Kapitän Mattisseck nach der bitteren Niederlage waren großartig und zeigten ebenfalls in welche Richtung dieses Team in dieser Saison gegangen ist. Sinnhaft beschrieb Mattisseck, dass er sich nichts Besseres vorstellen könne, als mit diesem tollen Team eine solche Niederlage einstecken zu müssen.
Aber: Wie ging es nun weiter? Fallen wir in ein Loch oder stachelt uns diese Niederlage erst recht an?
Eine neue Halle in Adlershof
Im Frühjahr 2026 dann spannende Neuigkeiten: Der Senat und ALBA gehen an die Öffentlichkeit mit einem ambitionierten, neuen Großprojekt. Ein ALBA-Campus in Adlershof. Große Bauprojekte können wa janz jut in Berlin, oder? (NICHT).
Die Berliner Hallenproblematik belastet Verein und Fans jedes Jahr aufs Neue. Es ist kein Geheimnis mehr, dass ein Großteil des Etats für die Miete der Mehrzweckhalle am Ostbahnhof eingesetzt werden muss. Wir brauchen zügig Unterstützung und positive Signale vom Berliner Senat. Abzuwarten bleibt inwiefern amerikanische Investoren in mögliche Bauprojekte einsteigen.
Die Schmelinghalle hat in den Playoffs gezeigt was sie kann. Somit sind temporäre Umzüge von der Mehrzweckhalle in die Schmelinghalle denkbar und vielleicht auch sinnvoll. In den Playoffs war das möglich. Konzerte finden draußen statt, die Spielzeiten der Füchse und Volleys waren bereits beendet. Wir warten ab, welche neuen Entwicklungen in der kommenden Saison eintreten werden.
Viertel- und Halbfinale
Wir trafen in der ersten Runde auf Vechta.
Ein netter Empfang mit Grillgut und Getränken bei unseren früheren Weggefährten aus Vechta. Danke dafür. Eine abwechslungsreiche Serie mit dem besseren Ende für uns.
Im Halbfinale wartete Bamberg. Ja, sie warteten, da wir (natürlich) über 5 Spiele gehen mussten. Ein paar Runden Bierball gegen Sektion Südblock aus Bamberg später, ging es auch hier ins fünfte Entscheidungsspiel. König Stoschek öffnete (ein letztes Mal?!) seine Taschen und schickte viele Busse nach Berlin. Es half nichts aus Sicht der Bamberger. In diesem Entscheidungsspiel führten wir phasenweise mit 40 Punkten. Genugtuung und somit Finaleinzug.
Finale. Was für ein Comeback. Wir schütteln den New York Knicks die Hand
Finale gegen den Fußballclub aus München. Kennen wir bereits. Bayern war ausgeruht, hatte einen tiefen Kader und Heimvorteil. Die Vorzeichen standen schlecht. Für uns egal, denn wer hätte vor der Saison gedacht, dass wir im Finale stehen. Die Liga hat sich nie wirklich für ALBA oder für uns als Fans interessiert. Das Team und wir haben einfach unser Ding gemacht. Alles ein bisschen unter dem Radar. Und auf einmal stehen wir im Finale.
Alle Spieler lieferten in den Playoffs ihre besten Leistungen ab und steigerten sich im Saisonverlauf:
Hermannsson führte das Team, verlagerte das Tempo und spielte als Veteran überragend. Kayil verstand, dass er nicht jeden Buzzer nehmen musste und drückte nunmehr dem Spiel mit seiner individuellen Klasse einen Stempel auf. “Chucky” Norris Agbakoko harmonierte super mit unseren Guards und lieferte an beiden Seiten des Feldes ab. Malte und Jonas – tolle Jungs und klasse Spieler. Die beiden machen die Dinge, die andere Spieler nicht machen (können) und waren immer am Start, wenn wir sie gebraucht haben. Rataj mit seiner Energie und unverschämten Abgeklärtheit – unersetzlich. Justin Bean in seinem letzten und auch besten Vertragsjahr – MVP der Finals. No More Words Needed.
Pedro Calles, auch häufig kritisiert, zeigte phasenweise ein sehr gutes Coaching an der Seitenlinie. Mit guten Spielzügen nach Auszeiten, zielführenden Wechselstrategien und dem Aufbau eines guten Teamgefüges zeigte auch er Finesse in den Playoffs.
Was für eine Energieleistung des Teams. In jeder Serie über 5 Spiele gegangen. Im entscheidenden Finalspiel mit -20 zur Halbzeit zurückgelegen und dann Moral bewiesen. Nie aufgegeben. Unglaublich – gegen die scheinbar übermächtigen Bayern. Teambasketball und Friendship schlägt Millionen und Individualisten.
Sinnbildlich für dieses ALBA-Team war eine Sequenz am Spieltag kurz vor dem Finale: Ein Video des Social Media Teams vom Stuhltanz. Zu sehen: Die Spieler ziehen sich die Stühle unterm Hintern weg und rangeln auf dem Boden. Alle lachen und haben Spaß. Der Teamgeist und die Laune stimmten.
Der Rest ist Geschichte. Wir alle erlebten eines der prestigeträchtigsten Comebacks der BBL.
Diese Meisterschaft ist viel mehr als ein Titel. Diese Meisterschaft und der Weg dorthin ist eine Blaupause für unsere Gesellschaft: Die Meisterschaft hat gezeigt, dass es wichtig ist, sich mit guten Leuten zu umgeben. Viele Leute werden kritisieren, was du tust, sei aber immer mit Freude und Spaß bei der Sache und…..es lohnt sich immer zu kämpfen, denn irgendwann wirst du dafür belohnt.
Und nächste Saison….
Mal sehen, wen wir nächstes Jahr wiedersehen. Einige Verträge laufen aus. Spieler haben Begehrlichkeiten geweckt. So ist das Geschäft. Wichtige Säulen bleiben aber im Team.
Ein Tipp: Liebe Prokurist*innen bei ALBA, bitte achtet in der kommenden Saison darauf, dass die Verträge händisch unterzeichnet werden. Die Digitalisierungsstrategie ist in Bayern leider noch nicht angekommen.
Bleibt noch zu sagen: DANKE an alle ALBA-Fans, die uns auf unserem Weg unterstützt haben und unterstützen werden. DANKE an die Fans, die auch bei -20 das Team unterstützen und unserem Supportgedanken folgen. Dass sich das lohnen kann, habt Ihr eindrücklich im Endspiel gesehen. DANKE aber auch an alle Kritiker*innen. Wir machen nicht immer alles richtig, aber wir geben stets alles. Sprecht uns gerne persönlich an. Wir sind immer offen für konstruktive Kritik. Beim Konzept des Fanblocks gibt es aus unserer Sicht weiterhin Baustellen. Lasst uns dahingehend weiter dranbleiben.
Wir freuen uns schon jetzt, mit Euch als amtierender Meister in die neue Spielzeit zu starten.
Freut Euch in der neuen Saison auf neues Liedgut und viele weitere, kreative Aktionen. Die Vorbereitungen laufen bei uns bereits jetzt. Bis dahin könnt Ihr schon mal üben: 12 mal Deutscher Meister, 11 mal Pokalsieger………