Die alte Saison war für das Männer-Team noch nicht beendet, da begann die neue Saison bereits mit einem gewaltigen Knall – Alba Berlin kehrt der Euroleague den Rücken zu und tritt in der Champions League an. Es ist ein bittersüßer Abschied. Wir werden die vielen Niederlagen nicht vermissen. Wir werden auch den Spott der anderen Fan-Lager nicht vermissen. Wir sind uns aber sicher, dass genau diese Fans, die zu tausenden in unsere Halle gereist sind, um ihre Teams in Berlin zu unterstützen, schnell merken werden, wie sehr wir fehlen. Denn ob Dubai regelmäßig mehrere Hundert Gästefans empfangen wird, darf angezweifelt werden.
Nach dem sieglosen Aus im BBL-Viertelfinale war die Luft bei allen Beteiligten raus. Das Team hat so nicht funktioniert und es musste ein Neuanfang her. Wir im Block 212 haben ebenfalls gemerkt, dass das Hamsterrad mit 17 quasi chancenlosen Euroleague-Heimspielen und das vergebliche Hoffen auf eine Besserung zu den BBL-Playoffs viel Kraft und Motivation gekostet haben. Niemand wollte, dass es so weiter geht. Presse und Fans forderten den Neuaufbau – und das Management hat ihn uns geliefert. Ein Neuanfang bedeutet aber auch, harte Entscheidungen zu treffen und damit zu leben. Entsprechend hatte die Offseason den nächsten Knall bereit: Tim Schneider verlässt Alba Berlin nach 14 Jahren. Für ihn heißt es jetzt Japan statt Platz 1 der ewigen Spielerliste. Drei Viertel des Teams sollten folgen. Ein harter Schnitt, aber Peter Fox hat es am besten gesagt: “Wenn’s dir nicht gefällt, mach neu.”
Die Frauen haben zwar mehr Kontinuität im Kader als die Männer, aber ebenfalls liebgewonnene Urgesteine wie Lucy Reuß und Henriette Höfermann verabschiedet. Dort wird die neue Saison eine sportliche Standortbestimmung. Nach der sensationellen Meisterschaft und den ersten internationalen Spielen endete die Saison der DBBL für Alba im Halbfinale und damit außerhalb der Qualifikation für den Eurocup. Natürlich ist es keine Selbstverständlichkeit im Finale zu spielen, aber jetzt wird sich zeigen, wo in der Hierarchie der DBBL sich der – nach wie vor – relative Newcomer Alba Berlin einordnen wird. Es liegen, wie wir jetzt wissen, Welten zwischen Halbfinale und Finale.
Für das Männer-Team ist eine Prognose viel schwieriger. Sportlich wissen wir noch nicht, wo die Reise mit diesem neuen Team hingehen wird – wir haben nur die Gewissheit, dass europäische Auswärtsfahrten uns von nun an ins Dickicht des europäischen Basketballs führen werden. Nymburk, Sabah und Chalon heißen die ersten Ziele in der Basketball Champions League. Der Wettbewerb verzeiht mit seinen kleinen Gruppen keine schlechten Phasen. Das Team muss von Beginn an siegen, wenn es in die nächste Runde kommen will. Daran müssen auch wir Fans uns wieder gewöhnen – und Vollgas vom Saisonstart an geben. Die ersten Vorbereitungsspiele gegen die BBL-Konkurrenz waren vielversprechend. Vier zum Teil deutliche Siege stehen auf der Habenseite. Wir haben auf jeden Fall wieder Lust zu gewinnen.
Der Basketballsommer endete mit der Goldmedaille der DBB-Männer bei der Europameisterschaft – ganz ungewohnt dieses Mal ohne aktuellen Alba-Spieler. Wir haben einige Spiele gemeinsam geschaut und können sagen: Die Zeit mit der Nationalmannschaft hat wieder Bock auf Basketball gemacht und den Schwung nehmen wir definitiv in die neue Saison mit.
Wir waren beim gelungenen Double Header zur Saisoneröffnung in der Sömmeringhalle mit einem Stand vertreten und möchten alle interessierten Alba-Fans einladen, uns auch in der neuen Saison anzusprechen, wenn Ihr etwas auf dem Herzen habt. Ob Mitmachen, Sticker kaufen oder einfach nur Feedback geben – alles geht. Ihr erreicht uns via E-Mail, bei Social Media und bei Heimspielen in der Halle oder davor. Wir freuen uns über jede Person, die sich engagieren möchte, denn die Stimmung in der Halle machen wir nur gemeinsam.
Es erwartet uns viel Neues: Spieler, europäische Gegner, Trikots mit Streifen, ein Hauch von Flieder in der Champions League – alles verspricht Chancen, dass die neue Saison mehr Spaß macht als die davor. Wir sind auf jeden Fall wieder dabei und geben alles für die Muddastadt.